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KAARST (barni) Kann man für einen Euro eine Feier veranstalten? Wohl kaum. Egon W. Vossen, Sprecher des Stadtsportverbandes, kritisierte im Sportausschuss heftig die Praxis der Stadt, für die am 11. März im Bebop stattfindende Sportlerehrung wie schon in den Vorjahren im Haushalt gerade mal einen Euro veranschlagt zu haben. Die Mitglieder des Ausschusses und die Verwaltung, der dieser Vorstoß sichtlich peinlich war, werden jetzt überlegen, ob im Haushalt 2006 nicht wieder deutlich mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden sollen. „Die Sportlerehrung ist seit Jahren das Sorgenkind des Stadtsportverbandes", legte Vossen los. Der städtische Etat gebe noch nicht einmal ein kleines Ehrengeschenk her. „Die Veranstaltung", so Vossen, „ist an Dürftigkeit kaum zu überbieten". Und er fügte hinzu: „Ohne die Musikschule Koll hätten wir ein dickes Problem." Die sorgt nämlich für einen feierlichen musikalischen Rahmen. Worauf Vossen hinwies: „Andere Städte stellen Sportierehrungen auf die Beine, von denen wir uns eine dicke Scheibe abschneiden könnten." Dort werde die Ehrung zum gesellschaftlichen Ereignis, während „in Kaarst das Ganze auf Mini-Sparflamme läuft". Vossen appellierte an die Fraktionen, für 2006 mehr Mittel bereit zu stellen und stellte klar: „So wie bisher kann das nicht weitergehen - wir blamieren uns bis auf die Knochen."Sportdezernent und Kämmerer Heinz Dieter Vogt konterte: „Ihr Vorsitzender Theo Thissen hat gesagt, er brauche das Geld nicht, da er an Sponsorengelder herankäme so sind die 1000 Euro aus dem Haushalt verschwunden." Und er fügte hinzu: „Falls es da Schwierigkeiten gibt und wir nachhelfen müssen, sollten die Beteiligten darüber erneut sprechen."
Ingo Kotzian (CDU) riet, grundsätzliche Überlegungen zur Sportlerehrung anzustellen: „Da könnten auch Vereine oder Sportler geehrt werden, die beispielsweise den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft haben." Mit der Veranstaltung in ihrer jetzigen Form locke man keinen hinterm Ofen vor. Wolfgang Reuter (SPD) hatte Verständnis für die Nöte des Stadtsportverbandes: „Man kann ihn nicht mit den ganzen Kosten allein lassen, zumal der Sport ein Aushängeschild für Kaarst ist." Für 2006 sollten entsprechende Mittel im Haushalt bereit gestellt werden.
Nur Walter Boesfleisch (FDP) sah keinen Handlungsbedarf: „Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes hat doch gesagt, er brauche das Geld nicht."
Dorothea Zillmer fasste als Ausschussvorsitzende zusammen: „Wir sind uns einig, dass wir uns des Themas annehmen müssen." Theo Thissen sieht nicht ganz so schwarz wie Egon W. Vossen: „Wir werden eine adäquate Gestaltung des Abends hinbekommen", gab er auf Anfrage gegenüber der NGZ zu verstehen. Es sei allerdings nicht ganz leicht gefallen, jedem der zu Ehrenden neben der Urkunde „eine kleine Anerkennung im zehn- bis 20-Euro-Bereich zukommen zu lassen". Insgesamt werde die Kaarster Sportierehrung weniger als 1000 Euro kosten.