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Delegiertenversammlung

SG Kaarst auf der Erfolgsspur
Von Rudolf Barnholt

Die ordentliche Delegiertenversammlung der Sportgemeinschaft Kaarst e.V. war endlich mal wieder was für Harmoniebedürftige: Im Bürgerhaus wurden Vorstand und Beirat ohne eine einzige Gegenstimme entlastet und sogar die Erhöhung des monatlichen Grundbeitrags ab dem 1. Juli ging mit nur einer Gegenstimme unerwartet reibungslos über die Bühne.

Im Gegenzug versprach der Vorstand, dass der Verein in diesem Jahr erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben werde. Der Verlust in 2004 lag bei 16 350 Euro nach 83 361 Euro in 2003.

Nach den Visionären um Hubert Mieruch sind jetzt die ursoliden Konsolidierer am Werk wie der Vorsitzende Heinz Wieland und Schatzmeister Karl-Heinz Flesch - Männer, denen man seinen letzten Spargroschen anvertrauen würde. Und die überzeugten die Delegierten mit ihrer Leistung.

Ein großer Teil des Mitgliederschwunds, bedingt durch Einführung der Verzehrbons, konnte wieder ausgeglichen werden: „Der aktuelle Mitgliederstand beträgt 6831“, verkündete Heinz Wieland. Und nicht ohne Stolz fügte er hinzu: „Im vorigen Jahr waren wir der 31-größte Verein in Deutschland und der drittgrößte Sport treibende Verein in Nordrhein-Westfalen."

Er lobte, dass die Stadt die Sportstätten kostenlos zur Verfügung stellt und hofft, dass das auch in Zukunft so bleibt. Wieland erinnerte in diesem Zusammenhang an folgendes: „Die SG Kaarst hat auch eine gesellschaftspolitische Bedeutung.“ Er hob besonders die „ausgezeichnete Arbeit mit Kindern“ hervor. Ob das als kleiner Seitenhieb auf den früheren Vorsitzenden Hubert Mieruch zu verstehen war?

„Ein finanzielles Risiko würde dieser Vorstand niemals eingehen“, so der frühere Finanzbeamte. Ihm gelang es, die Delegierten von der Seriosität der Vorstandsarbeit zu überzeugen. „Wir haben gespart, wo es ging“, gab der pensionierte Bilanzbuchhalter Karl-Heinz Flesch zu verstehen.

Und er machte deutlich, dass die Erhöhung des Grundbeitrages unerlässlich sei, um wieder schwarze Zahlen schreiben zu können: Ab Juli müssen Kinder 30, Erwachsene 60 und solche, die nicht am Lastschriftverfahren teilnehmen, 80 Cent pro Monat mehr bezahlen.

Die Delegierten folgten diesem Vorschlag mit nur einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen - das war gut so, denn die Erhöhung war bereits im Haushaltsplan 2005, der mit einem Plus von 11 883 Euro abschließt, berücksichtigt. „Wir versuchen, alle Ressourcen zu nutzen“, gab Heinz Wieland zu verstehen - so habe der Verein zwei Ein-Euro-Jobs an „sehr fleißige Leute“ vergeben. Die Sanierer haben unter anderem dafür gesorgt, dass Übungsleiterhonorare gesenkt wurden. Es ging eindeutig mehr ums Geld als um den Sport.

Sportwart Ingo Kotzian hatte einen vierseitigen Bericht vorgelegt, in dem er auf alle Abteilungen eingeht. Dort gibt es Licht und Schatten: So steht die 1. Damenmannschaft im Handball kurz vor dem Aufstieg in die Verbandsliga, während im Fußball die 1. Herrenmannschaft in die Kreisliga A abrutschte. Auch die 1. Mannschaft der Basketball-Herren schaffte den Klassenerhalt nicht und wird in der kommenden Saison in der Landesliga spielen.

Übrigens: Die SG Kaarst hat vor, sich in die Offene Ganztagsgrundschule einzubringen. Und am 18. Oktober wird es im Albert-Einstein-Forum eine Mitgliederversammlung geben. Das Gesundheitszentrum bezeichnete der Schatzmeister als „das Sorgenkind der SG Kaarst“. Zurzeit trainieren im Studio 731 Mitglieder, weitere rund 800 nehmen an Kursen teil. Heinz Wieland warb dafür, das Bistro intensiv zu nutzen - es kann für Feierlichkeiten auch gemietet werden.