Mitgliederzahl ist kontinuierlich im Anstieg
Schwarze Zahlen bei der SG Kaarst
Von Christoph Pütz
Voraussichtlich schon Ende des Jahres wird die SG Kaarst schwarze Zahlen schreiben. Die Mitgliederzahl ist kontinuierlich im Anstieg und beträgt zurzeit 6 600. Auf der Mitgliederversammlung wurde am Dienstag nach drei Jahren Vorbereitung eine q verabschiedet.
Ueberschrift: Unterzeile: Absaetze: Kaarst Unklare Vereinsstrukturen, undurchsichtige Finanzlage, unzufriedene Mitglieder - der alte Vorstand der Sportgemeinschaft (SG) Kaarst hatte nach seiner Abwahl ein reiches Betätigungsfeld hinterlassen. Ein Großteil davon ist erfolgreich beackert worden - das wurde am Dienstag Abend auf der Mitgliederversammlung der SG Kaarst deutlich.
„Ich gehe davon aus, dass wir schon Ende des Jahres schwarze Zahlen schreiben werden“, kündigte Vorsitzender Heinz Wieland an. Das letzte Mal war das vor rund fünf Jahren der Fall - nämlich bevor das Gesundheitszentrum gebaut worden war. Wie hat der Vorstand um Heinz Wieland die finanzielle Wende erreichen können?
Mehrere Gründe müssen angeführt werden. Der Hauptgrund dürfte in der Ausgabenkürzung liegen: So haben viele der nebenberuflichen 250 Übungsleiter Kürzungen ihrer Bezüge hinnehmen müssen. „Aber auch bei den Verwaltungsmitarbeitern mussten wir den Rotstift ansetzen“, so Wieland gegenüber der NGZ.
Entlassungen aus Spargründen habe es aber keine gegeben. Der Vorstand freut sich auch darüber, dass die Mitgliederzahl seit dem Wechsel der alten Führungsriege kontinuierlich angestiegen ist.
„Noch Anfang des Jahres hatten wir unter 6 000 Mitglieder. Jetzt sind es 6 600 - und ich bin optimistisch, dass wir bald die 7 000er-Grenze überschreiten werden“, so die Prognose des Vereinsvorsitzenden.
Die SG Kaarst hatte einen deutlichen Mitgliederschwund hinnehmen müssen, als der alte Vorstand um Hubert Mieruch einen Verzehrbon eingeführt hatte, der von den Nutzern des Gesundheitszentrums zwangsweise erworben werden musste. Dass hatte zu deutlichen Misstönen bei den Vereinsmitgliedern geführt und war letztlich Hauptauslöser für den Abgang des alten Führungstrios gewesen.
Den dauerhaften Mitgliederanstieg der jüngsten Jahre kann die SG vor allem im Bereich Sport und Freizeit verbuchen. Also Vater-Mutter-Kind-Gruppen, Mutter-Kind-Turnen und ähnliche Veranstaltungen. Auch die Jugend hat der SG Kaarst-Vorstand fest im Blick. Gilt es doch, die Konkurrenz der vielen kommerziellen Anbieter im Zaum zu halten.
„Wir haben jetzt die Preise für Schüler deutlich gesenkt. So kostet die Gebühr für die Nutzung des Studios nur noch 25 Euro. Darin enthalten ist schon, dass die Teilnehmer bei so vielen Kursen mitmachen können, wie sie wollen“, erläutert Heinz Wieland. Zuvor hatten Schüler für die gleiche Leistung 31 Euro zahlen müssen. Ebenfalls neu - und das war der Hauptpunkt, über den am Dienstag Abend gesprochen worden ist - ist die neue Satzung der SG Kaarst.
„Mehrere Jahre hat es gedauert, jetzt ist sie endlich fertig und verabschiedet“, freute sich Wieland am Dienstag. Im Kern geht es darum, dass der Vorstand nun auch per Satzung selbstständig das Gesundheitszentrum führt. Der Vorstand kann also die höhe der Beiträge bestimmen oder über den Einsatz des Sportchefs entscheiden.
„Wir haben die neue Satzung eingeführt, um unsere Arbeit noch transparenter zu machen und auch in den Formalien Klarheit zu schaffen. Die 22 anderen Abteilungen behalten natürlich weiter ihre Selbständigkeit“, so Wieland. Der Vorstand der SG Kaarst ist weiter offen für neue Ideen, die eine bessere Auslastung des Angebotes zur Folge haben.
Wieland ist gerade dabei, mit dem Etienne-Krankenhaus in Neuss zu verhandeln: „Es geht um den Rehabilitationsbereich“, deutet der Vorsitzende an. Einzelheiten wurden nicht genannt, um die laufenden Verhandlungen nicht zu stören. Im Kern geht es dabei um Folgendes: Reha-Patienten, die im Krankenhaus betreut werden, können teilweise auch extern ihre Übungen zur Genesung machen.
Die Sportgemeinschaft Kaarst bietet sich für diese Betreuung an. Denn erstens verfügt sie über das medizinisch und sportlich dafür notwendige Fachpersonal. Und zweitens gilt es zu klären, inwieweit die SG Kaarst die Rehabilitationsmaßnahmen billiger anbieten kann als Mitbewerber.
INFO
Die Sportgemeinschaft Kaarst in Zahlen
Die SG Kaarst hat zurzeit rund 6 600 Mitglieder. Im Vergleich zu allen Vereinen in der Bundesrepublik liegt sie damit auf Platz 31. Der größte Verein bundesweit ist übrigens Bayern München mit zirka 80 000 Mitgliedern. In Nordrhein-Westfalen belegt die Sportgemeinschaft Kaarst Platz drei in der Liste der aktiv Sport treibenden Vereine. In Kaarst ist die Sache eindeutig: Die SG Kaarst ist mit Abstand der größte Verein. Neben 250 nebenberuflichen Übungsleitern sind bei der SG rund 50 weitere Menschen als Festangestellte oder als Minijob-Inhaber tätig. Damit hat die SG die Größe eines mittelständischen Unternehmens.