Zentrales Thema war der öffentliche Personennahverkehr
Kontaktbörse Bürgerfrühschoppen
Von Christoph Pütz
Rund 1 000 Kaarster stießen beim Bürgerfrühschoppen im Albert-Einstein-Forum auf das neue Jahr an. Zentrales Thema war der öffentliche Personennahverkehr . Auch viele Kaarster Vereine und Verbände waren mit einem Stand vertreten und nutzten den Tag als „Kontaktbörse“.
„Bürgerfrühschoppen“ - was in vielen Kommunen eine recht förmliche Veranstaltung mit Kleiderordnung und großen Reden zum Jahrebeginn ist, fällt in Kaarst regelmäßig zum lockeren Plausch in gemütlicher Atmosphäre aus. Rund 1 000 Kaarster nutzten am Samstag die Gelegenheit, einen mehr oder weniger langen Abstecher ins Albert-Einstein-Forum zu machen und aufs neue Jahr anzustoßen.
„Der Bürgerfrühschoppen wird in Kaarst schon seit vielen Jahren sehr gut angenommen“, freut sich Stadtpressesprecher Klaus Stevens über die positive Resonanz. „Manche verbringen mehrere Stunden hier, andere kommen - noch mit der Einkaufstüte bepackt - nur mal kurz vorbei“, so Stevens. Der Bürgerfrühschoppen wird aber nicht nur zum Neujahrsgruß angenommen.
Es handelt sich vielmehr um eine Art Kontaktbörse, bei der sich auch viele Kaarster Vereine und Verbände mit einem Stand präsentieren, Informationen ausgetauscht und aktuelle Entwicklungen besprochen werden. So war unter anderem die Volkshochschule (VHS) Kaarst-Korschenbroich präsent und verteilte Broschüren, die ehemalige Stadtsparkasse Kaarst-Büttgen stellte sich nun als Teil der Sparkasse Neuss vor und fertigte kostenlos Schlüsselanhänger mit einem Foto des Standbesuchers an.
Auch die SG Kaarst, die Kaarster Briefmarkenfreunde, die Nepalinitiative und viele mehr nutzten die Gelegenheit, mit den Bürgern am eigenen Stand ins Gespräch zu kommen. „Ich wünsche Ihnen Sonnenschein, Zufriedenheit und Gelassenheit“, hatte Bürgermeister Franz-Josef Moormann den Bürgerfrühschoppen eröffnet. Der Bürgerfrühschoppen steht in Kaarst jedes Jahr unter einem anderen Thema.
Diesmal war es der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Deshalb gab es rund um Busse und Bahnen auch eine Fülle von Informationsständen, an denen Fahrpläne und Infoblätter auslagen - und auch über Fahrstrecken und -preise diskutiert wurde. Denn der VRR hatte zu Beginn des Jahres die Preise angehoben - wenn auch nur moderat.
Mit einem Stand vertreten war auch die Rheinbahn, um für die Schnellbuslinie SB 51 zu werben. Wolfgang Eilrich, stellvertretender Leiter der Abteilung Betriebsplanung, erklärte:
INFO:
Neuer Fahrplan
Seit gestern gilt der neue VRR-Fahrplan in Kaarst. Ein großer Faltplan, auf dem die Streckenführung der Linien zu ersehen ist, wird zusammen mit dem 386 Seiten umfassenden Fahrplan (inklusive Neuss) gegen eine Schutzgebühr von 50 Cent unter anderem an Kiosken verkauft. Wer sich über Abfahrts- und Ankunftszeiten Kaarster Busse informieren will, findet auch Informationen im Internet unter » www.vrr.de.
„Seit 1978 bedient die Rheinbahn in Kaarst diese Linie. Anfangs allerdings nur auf einer Teilstrecke. Doch jetzt können Kaarster in nur 36 Minuten vom Kaarster Bahnhof bis direkt zum Terminal am Flughafen Düsseldorf fahren - und das für nur 3,80 Euro und ohne Umsteigen.“
Wer clever ist und nicht unmittelbar im Bereich dieser Buslinie wohnt, kann auch die Regiobahn nutzen und dann umsteigen. Denn der Flughafenbus bedient auch die Haltestellen Kaarst Mitte / Holzbüttgen - neben dem Knotenpunkt Kaarster Bahnhof. Auch die Busverkehr Rheinland GmbH (BVR) setzt auf den Frust der Autofahrer über die hohen Spritpreise. Lobende Worte fand BVR-SPrecher Uwe Schröder für den Taxibus, der in Kaarst immer besser akzeptiert wird.
Ablehnend steht Schröder allerdings ÖPNV-Konzepten gegenüber, wie sie zum Beispiel in arabischen Ländern praktiziert werden. Dort sind häufig Minibusse im Einsatz, die erst abfahren, wenn alle Plätze besetzt sind. „In Deutschland würde so etwas nicht funktionieren - schon allein, weil die Mentalität hier eine ganz andere ist“, so Schröder. Hinzu kommt die finanzielle Komponente: Dass ein Bus eine halbe Stunde lang herumsteht und auf Fahrgäste wartet, ist schon undenkbar, weil die Personalkosten für den wartenden Fahrer viel zu hoch wären.