VON DAVID BEINEKE
RHEIN-KREIS NEUSS Die Offene Ganztagsgrundschule ist momentan in aller Munde. Auch bei der Mitgliederversammlung des Tenniskreises Neuss im Vereinsheim des NTC Stadtwald kam Vorsitzender Dr. Helmut Keck nicht umhin, in seinem Jahresbericht auf die Probleme einzugehen, die die Umwälzungen in der Schullandschaft für Tennisklubs und Sportvereine im Allgemeinen mit sich bringen können.
„Wenn die Kinder künftig schon am Nachmittag ein zusätzliches Sportprogramm geboten bekommen, könnten viele für die Vereine verloren gehen", führte Keck aus, „zum einen, aus finanziellen Gründen, zum anderen, weil es zeitlich nicht mehr hinkommt." Umso wichtiger sei es für die Klubs, verstärkt auf Jugendarbeit zu setzen - auch in Sachen Schultennis -, um junge Mitglieder an sich zu binden und damit die aktuell eher umgekehrte Alterspyramide langfristig wieder richtig aufzustellen. Sicher auch wichtig, um dem Mitgliederschwund insge-: samt im Tennissport entgegen zu wirken. Wobei Keck in dieser Frage zuversichtlich ist: Angesichts der aktuelle Zahlen des Tennisbezirks linker Niederrhein geht er davon aus, dass die Talsohle erreicht ist So hat der Mitgliederbestand im vergangenen Jahr nur um 1,47 Prozent abgenommen, während es im Jahr zuvor noch 3,36 Prozent gewesen waren.
Einer, der sich nicht damit abfinden wollte, dass dem Tennis immer mehr Menschen davon laufen, ist Joachim Famulok. Der inzwischen 80-Jährige, bis vor zwei Jahren noch Abteilungsleiter der SG Kaarst, wurde für sein großes Engagement speziell im Nachwuchsbereich mit der Ehrengabe des Tenniskreises ausgezeichnet. Im Vorjahr hatte die Sportredaktion der NGZ für ihre Berichterstattung rund um den Tennissport diesen Preis erhalten. „Er hat schon früh den Wert von Jugend- und Schultennis erkannt und in diesem Bereich viel aufgebaut", meinte Keck in seiner Gratulationsrede. Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Dieter Welsink, der in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreissportbundes mit seinem Stellvertreter Dieter Aldenhoff ins NTCVereinsheim gekommen war, um den Vertretern der Tennisvereine die Aufgaben und Funktionen des KSB näher zu bringen. „Zu unseren wichtigsten Aufgaben gehört es, den Stellenwert von 120 000 Menschen, die in 370 Kreisvereinen Sport treiben, gegenüber der Politik deutlich zu machen", meinte Welsink. Darüber hinaus betonte er die Bedeutung der Qualifizierungprogramme des KSB für Übungsleiter. Davon könnten auch Tennisvereine profitieren, wenn sie ihre Angebotspalette erweitern, etwa um neue Mitglieder zu gewinnen. Auf eine Neuerung für die nächste Medensaison wies Sportwart Wolfgang Hellmund hin. Im Sommer wird erstmals nach dem Dänischen Modell gespielt. .Um die Doppel aufzuwerten, werden für hohe Siege (9:0, 8:1, 7:2) für die Tabelle 3:0 Punkte vergeben, für alle anderen Erfolge nur 2:1 Punkte.