Reha-Sport in Kaarst
Dr. Raken, Facharzt für Sportmedizin und Ziehvater des Reha-Sports in Kaarst, sieht den Senioren-Sport aus einem besonderen Blickwinkel.
Was steht für Sie beim Reha-Sport im Vordergrund?
Zunächst müssen wir unterscheiden zwischen der vornehmlich geselligen -und nicht minder wichtigen- Ausrichtung und der hauptsächlich medizinischen Begründung des Reha-Sports, so wie wir ihn seit 20 Jahren betreiben. Diese Sportmaßnahmen werden von den Krankenkassen finanziell unterstützt.
Der Reha-Sport findet ausschließlich unter ärztlicher Betreuung in Zusammenarbeit mit einer speziell ausgebildeten Übungsleiterin, einer Sportlehrerin, statt. Beide, Mediziner und Übungsleiterin, müssen sich regelmäßig einer theoretischen und praktischen Überprüfung ihres Wissens unterziehen, und werden dann erst für den medizinisch ausgerichteten Reha-Sport zugelassen. Um Risiken für die Senioren-Sportlerinnen zu verkleinern, ist die Bereitstellug eines Defibrillators zur Reanimation (Wiederbelebung) vorgeschrieben. Zum Glück mußte dies bei uns noch nie angewendet werden.
Unter fachlicher Anleitung werden leichte Lauf-,Geh- und Gymnastikübungen abgehalten. Ballspiele runden die Übungen ab und sorgen für spielerische Bewegung. Wir legen Wert auf umfassende medizinische Sensibilisierung und Aufklärung unserer Vereinsmitgliederlnnen. Es finden auch Einzelgespräche zur individuellen Gesundheitsberatung statt.
Wir arbeiten schon seit vielen Jahren mit dem Johanna-Etienne-Krankenhaus in Neuss zusammen, vor allem Herz-Kreislauf-Patienten inden so direkt eine Sportgemeinschaft,in der der Heilungsprozess nach einer Operation beschleunigt werden kann.
Gerade nach einer Herzoperation oder einem Infarkt ist stetige weitere Sportaktivität zum Erhalt der Leistungsfähigkeit notwendig.
Wie hat sich der Reha-Sport in
Kaarst entwickelt?
Als wir 1982 mit unserem ehrgeizigen Projekt begannen, wurden wir noch von den Bedenkenträgern belächelt. Dank einer gewissen Dickköpfigkeit meinerseits haben wir das Ziel niemals aus den Augen verloren:
Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit, und Vorbeugung vor zivilasitionsbedingten Krankheiten;kurz Reha-Sport
Bei zur Zeit etwa 140 Vereinsmitgliedern pro Jahr verzeichnen wir etwa 10-15% Zuwachsraten pro Jahr.Der Altersdurchschnitt liegt bei etwa 63 Jahren.
Wir bieten zwei Termine an: Montags 16.30 -19.00 Uhr im Sportforum Kaarst-Büttgen,und dienstags 18.00 - 20.30 Uhr in der Grundschule Alte Heerstraße. Nach besonderer medizinischer Rücksprache schwimmen wir mittwochs auch.
Wir werden längst als wichtiger Partner auf dem Weg der Gesunderhaltung geschätzt.
Was sind Ihre weiteren Eindrücke Ihrer Reha-Sport-Arbeit?
Ein neues Mitglied wird schnell in die Gemeinschaft integriert. Das zwanglose Miteinander ist ein Bestandteil des Konzeptes. Der Neuling ist erfahrungsgemäß zunächst nur mit seinen eigenen gesundheitlichen Problemen beschäftigt. Nach einiger Zeit tritt dieser Aspekt in den Hintergrund, denn die anderen in der Gruppe hatten meist ähnliche Erlebnisse. Nun wird die sportliche Gruppenerfahrung zum wichtigsten Faktor. Das Miteinander in der Gemeinschaft überlagert die individuelle Krankengeschichte. Der Heilungsprozess beginnt. Ganz wichtig für die Gesundung des Körpers und des Geistes ist auch eine entspannte Atmosphäre innerhalb der Gruppe. Nicht nur die körperliche Fitness sondern ganz besonders auch einige geistige Frische in geselliger Runde wird bei uns gefördert. Der Spaßfaktor ist hier besonders hoch. Neben dem eigentlichen Sport-Angebot zu den Übungszeiten finden noch jede Menge Aktivitäten darüber hinaus statt. Man trifft sich zu geselligen Abenden, Kegelrunden, Fahrrad- und Busausflügen und zur gemeinsamen Weihnachtsfeier.